Von der Polarnacht und den Nordlichtern

29 11 2008

Wohlbehalten sind wir heute Nachmittag wieder in Oslo gelandet. Ein sehr schöner Urlaub liegt hinter uns und hat eine Menge Eindrücke hinterlassen. Wenn man eine Lister erstellen würde, mit Sachen die man unbedingt in so einem Urlaub gemacht haben muss, so könnten wir sicher die meisten Punkte abhaken. Das liegt auch an der ungewöhnlichen Langen Dauer von 12 Tagen, die wir in Tromsø verbracht haben. Nun denkt man ja das 12 Tage nicht lang ist, die meisten Touristen bleiben jedoch nur ein- zwei Tage und begeben sich dann auf eine Reise auf die Lofoten oder zum Nordkapp. Wie auch schon vor hundert Jahren ist Tromsö also immer noch Ausgangspunkt für Expeditionen, nur dass sich deren Art verändert hat. Waren es damals noch Polarfahrer wie Nansen und Amundsen die sich in Tromsö für die Fahrten ausgerüstet haben, so sind es heutzutage vor allem Touristen aus Deutschland, die einen Stop in Tromsö machen.

Wir haben die Tage, die mehr Nächte waren sehr genossen und konnten viele neue Dinge erleben, nicht zuletzt die Polarnacht, das Nordlicht und eine Menge Schnee. Die langen Nächte sind dank des Schnees außergewöhnlich hell. In der kurzen Zeit, in der Tageslicht herrscht, ca von 10-13.30, färbt sich der Himmel bei klarem Wetter in die schönsten Farben, je nach Himmelrichtung in die man schaut. Direkt über einem scheint der Himmel fast weiß zu sein, mit einem kleinen Blausticht. Nach Süden hin verfärbt er sich in den klassischen Morgen- bzw. Abendrotfarben und im Norden wird das Blauweiß zu einem kräftigen Violett und schließlich Dunkelblau, alles zur gleichen Zeit. Diese Dämmerungsphase dauert ca. 3-4 Stunden, bevor die Nacht wie einbricht. Doch selbst dann kann man im Süden noch lange einen hellen Streifen Dämmerung erkennen. In der Nacht übernehmen dann die Nordlichter die Beleuchtung und erleuchten bei ausreichender Intensität ganze Täler, die ansonsten im Schwarzen liegen. Das stärkste Nordlicht konnten wir in Ersfjordbotn, ein Stück westlich von Tromsö beobachten. Wir waren ca. 3 Stunden in diesem verschlafenen Dorf und die ganze Zeit über leuchtete das Nordlicht hinter den Bergen im Norden und hob deren Konturen hervor. Dann plötzlich für wenige Minuten, als wir dachten, dass es nun vorbei sei mit dem Flimmern, kam aus Osten ein grellgrüner Bogen gezogen und wirbelte über uns hinweg nach Westen, begleitet von vielen kleinen, sehr intensiven Wirbeln, die immer wieder ihre Form änderten. Leider konnten wir aufgrund der kurzen Zeit keine schönen Fotos davon machen sondern genossen einfach den schönen Anblick. Man kann sich nicht vorstellen wie es aussieht wenn die Lichter in rasender Geschwindigkeit über einem tanzen, unbegreiflich auch die Geschwindigkeit mit der die Sonnenwindpartikel auf die Erde treffen und somit die Geschwindigkeit des Polarlichts bestimmen. Schon alleine deshalb hat sich die Reise gelohnt.

Morgen gibts mehr Reiseberichte, genug für heute.


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Eine Antwort

30 11 2008
Katha

Das klingt toll! Ich hoffe ja so sehr, dass ich nächste Woche auch die Gelegenheit habe Nordlichter zu sehen!

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