Todesmutige Sprünge in die Tiefe…
… wagten heute die jungen Skispringer am Midtstubakken, eine Sprungschanze in der Nähe des Holmenkollen. Mein Nachmittagsspaziergang führte mich heute zu ebendieser Schanze, da man von dort einen schönen Blick auf die Stadt hat und zufällig fand dort gerade das Training der jungen Hüpfer (Wortspiel beabsichtigt) statt. Die Schanze ist in den Berg gebaut, sodass man auch oben an der Schanze Boden unter den Füßen hat und demensprechend auch eine gute Aussicht genießt. Der untere Teil der Schanze war gesperrt, also musst ich von oben zusehen und somit bekam ich auch ein Gefühl, wie es wohl ist sich viele viele Meter in die Tiefe zu stürzen. Das schlimmste ist ja, dass die Hüpfer nicht mal sehen, wo sie da überhaupt hinspringen. Die Landebahn ist von oben nämlich nicht zu sehen. Todesmutige Sprünge ins Nichts, nichts für schwache Nerven. Nie im Leben würde ich da runterhopsen, ich würde ja nichtmal die Schanze runterfahren, weil die schon so dermaßen steil ist, dass man das nur unter Schreikrämpfen überstehen würde. Das ist bestimmt wie Achterbahn fahren auf Rollschuhen mit anschließendem Weitflug. Da fragt man sich unwillkürlich, wer diesen Sport erfunden hat. Meine Theorie ist folgende: Ein skiverrückter Selbstmörder suchte nach einer kreativen Methode sich aus dem Leben zu katapultieren und hüpfte deshalb mit seinen Brettern über einen sehr steilen Abhang. Da es aber ein relativ bodennaher Flug war, landete er ungewollterweise sicher auf seinen Skiern. Zufällig Vorbeipassierende (gibt es dieses Wort oder übersetzte ich schon wieder falsch aus dem Norwegischen?) sahen dieses Spektakel und wie das nun so ist, wollten sie es nachmachen, denn es sah nach Adrenalin aus und somit wurde es zu einer Modeerscheinung, die seitdem nicht mehr aus der Mode gekommen ist.
Aber kommen wir zum eigentlichen Zweck meines Ausflugs zurück. Aufgrund bereits in einigen Beiträgen zuvor genannten geografischen Begebenheiten (Berg und Tal und so) in Wechselwirkung mit Luftdrücken und Windrichtungen, verhält es sich momentan nämlich so, dass wir tatsächlich endlich über dem Nebel sind und zwar schon seit gestern. Es ist also sonnig, sehr sogar und man hat von hier oben einen herrlichen Blick auf das Nebelmeer in den Tälern rundherum. Dies wollte ich eigentlich festhalten um es hier für euch, liebe Leser, bildlich zu veranschaulichen. Hier also nun die Bilder von gestern und heute. B(l)ærum und Oslo und alles rundherum im Nebel. Zuvor vielleicht noch eine kurze Erklärung von B(l)ærum für alle, die der norwegischen Sprache nicht mächtig sind: Wie ihr vielleicht wisst, heißt die Stadt, die westlich von Oslo liegt Bærum. Bær heißt Beere, das ist aber nicht wichtig. In Bærum wohnen um es etwas überspitzt zu sagen 92% des norwegischen Vermögens, der Rest liegt im Ölfond. Es handelt sich also um eine Stadt in der fast ausschließlich reiche bis steinreiche Menschen wohnen. Das was Hollywood für Kalifornien, Fischerbach fürs Kinzigtal oder Düsternbrook für Kiel ist, ist Bærum für Norwegen. Eine Ansammlung von reichen, arroganten Menschen, die am liebsten unter sich bleiben. Die Sympathie dieser Menschen in der Durchschnittsbevölkerung ist also relativ niedrig und deshalb auch der nette Name Blærum. Blær bezeicht die Blase, das Organ, und drückt doch sehr deutlich die Wertschätzung der Bevölkerung aus. Katrin arbeitet übrigens in Blærum. Für alle, die der norwegischen Sprache mächtig sind, gibt es hier einen lustigen Beitrag.
rechts im Bild ist der Midtstubakken




