“Schneemann” gesucht

Gesucht wird ein Mensch, der heute früh mit einer überdimensionalen Kunstschneespraydose über den Voksenkollen gelaufen ist.

In meinem Kopf laufen schon wieder lustige Comics ab, wie das wohl ausgesehen haben könnte. Zur Veranschaulichung hier eine kleine Zeichnung von mir, die gleichzeitig als Fahndungsplakat dienen kann, wenn ihr mögt.

Ich kann mir natürlich auch gut vorstellen, dass jener Mensch eine Schneekanone vom Tryvann Vinterpark gestohlen hat, denn das ist ja hier gleich um die Ecke. Die hat bestimmt Räder oder auch Kufen und man kann sie somit bestimmt schön durch die Gegend schieben um Schnee zu produzieren bzw. zu verteilen. Leider hatte es gesuchte Person wohl etwas eilig (Oslo ist ja auch ganz schön groß, da muss man sich beeilen wenn man sein Vorhaben in der ganzen Stadt umsetzen will), sodass wir eine grandiose Schneetiefe von 1,5 Millimetern haben. Lasst euch gesagt sein, das reicht noch nicht fürs Skifahren. Da fehlt noch ein Minitick mehr Schnee. Und dass es nicht reicht ist auch gut, denn wir haben immer noch keine Skistöcke. Es kam zwar von mehreren Seiten das Argument, dass man als Anfänger sowieso ohne Stöcke üben sollte, so machen das nämlich auch die Kinder hier aber wir wollen uns ja nicht als blutige Anfänger outen. Was ich aber eigentlich noch erzählen wollte, denn ich weiß nicht ob ich das schon berichtet habe, ist, dass wir ganz wunderbare 90er Jahre Skier haben. Das klingt jetzt für viele nicht so spannend aber betrachtet man die farbliche Zusammenstellung (und über Farbnuancen kann man ja wirklich lange diskutieren wie die Kieler Leser wissen), dann wird es doch wieder interessant. Meine Skier sind beispielsweise in den Tönen Lavendel, Sonnenblume und Klatschmohn gehalten, wobei Lavendel und Klatschmohn eindeutig dominieren. Mit anderen Worten: Lila mit Rot und ein paar Rennstriche in gelb. Bei dieser Farbkombination macht man sich zwangsläufig Gedanken über die passende Kleidung. Mir schwebt da in etwa sowas vor, wahlweise auch das hier oder dieses adrette Teil.

Was ist also das Ereignis des Tages? Richtig, es ist der erste Schnee dieses Winters. Der bleibt natrürlich nicht liegen, denn es sind wieder Plusgrade vorhergesagt und ich weiß natürlich auch nicht, ob es unten in der Metropole auch geschneit hat. Ich kann nur für mein fußläufig zu erreichendes Gebiet sprechen und das beeinhaltet zu 90% Wald. Nein, da besteht kein kausaler Zusammenhang und auch kein andersgearteter, ich wollte es nur mal berichten.

Donnerstag kommt der erste große Besuch. Damit ist nicht die Körpergröße des Gastes gemeint, denn die ist eher nicht groß (aber auch nicht klein). Sabine, in Fachkreisen auch als Oberbubsel bekannt, hat die Ehre die Residenz “Åsbrekka” einzuweihen. Der Name bedarf vielleicht einer näheren Erläuterung. Also offiziell wohnen wir ja im Voksenkollveien. So, oder Thorleif-Haugs-vei, heißen alle Straßen hier oben, so wie in Amsdorf alle Straßen Hauptstraße heißen. Tatsächlich wohnen wir aber in einem Weg namens Åsbrekka. Auch hierzu ein Erklärung: Ås heißt Berg oder Hügel, brekka wird beschrieben mit “stor, brått bakke” also große, steile “bakke”. Das Wort bakke widerum ist sehr tricky, denn es kann alles möglich bedeuten, nämlich: Abhang, Anhöhe, Berg, Hügel, Erdboden, Hang, Piste, Sprungschanze und tatsächlich, es kann auch ‘rückwärts fahren’ bedeuten. Lasst uns den Abhang nehmen. Also großer steiler Abhang. Somit heißt unser eigentlicher Wohnort folgendermaßen: “großer, steiler Abhang eines Hügels”. Ob das nun kreativ ist, bleibt weiterhin fraglich, genauso, wie es fraglich bleibt, ob das denn überhaupt stimmt. Denn um ehrlich zu sein ist hier kein großer, steiler Abhang in der Nähe, auch keine große, steile Sprungschanze (Holmenkollen und Midtstuen sind zu weit weg), auch kein großer, steiler Erdboden und erst recht kein großes, steiles Rückwärtsfahren (was auch immer das sein könnte). Es wird wohl ewig im Dunkeln verborgen bleiben, was denn nun Sache ist mit diesem Åsbrekka. Ein Mysterium über das ihr euch nun den Tag über den Kopf zerbrechen könnt. Viel Spaß dabei. Zurück zur eigentlichen Nachricht: Sabine kommt am Donnerstag und bleibt eine Woche und wir freuen uns schon ganz dolle.

Eine weitere gute Nachricht ist, das Teitur (das ist ein Mensch von den Färöern, die widerum ein Teil von Dänemark sind (oh Gott ein Däne!!!)) in Oslo konzertiert und zwar am 1. Dezember. Da gehen wir wohl hin. Für alle Nichtmitgeher gibt es hier eine Geschmacksprobe.

So jetzt ist aber genug, abschließend, wie so oft Bilder (yaaaaayyy!). Thema diesmal: Schnee.

Und hier noch ein Hinweis in eigener Sache. Ich lese die Artikel nicht nochmal durch, bevor ich sie veröffentliche, was in letzter Konsequenz bedeutet, dass sicher Rechtschreib- und Grammatikfehler drin sind, genauso wie Sätze die im Sande verlaufen und vielleicht auch gar keinen Sinn ergeben. Stört euch nicht daran, seht es als Kunst an. Ich erhebe das Schreiben auf eine neue Ebene und ergebe mich der Postmoderne. (oder ist die schon überwunden?)

Oslogrüße in die Welt hinaus.

Ein Gedanke zu ““Schneemann” gesucht

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