Nach langer Abstinenz war es heute wieder an der Zeit die Bretter rauszuholen.
Da es die ganze letzte Woche immer mal wieder geschneit hat, haben wir hier inzwischen eine beachtliche Schneemenge erreicht, obwohl es immer noch wenig ist, im Vergleich zu den Wintern der letzten Jahre. Bjørnholt in der Nordmark meldet 61cm Schneetiefe, während das schicke Weiß hier nur knapp halb so hoch liegt. Bis 1 Meter Schnee sind hier bei uns völlig normal in der Nordmark dementsprechend mehr. Die Skifahrmöglichkeiten sind also bis in den April hinein gesichert.
Aber zurück zum Thema, der viele Schnee hat den Wald in eine Kulisse aus russichen Märchenfilmen verwandelt, mit sich neigenden Bäumen, die ihre Kronen in Richtung Boden biegen und deren schweren Äste eng am Baumstamm liegen und so skulpturenartig in der Landschaft stehen. Die körperliche Ertüchtigung wird sofort belohnt. Wenn jetzt noch die Wolken verschwinden würden, wäre es die perfekte Märchenwelt. Wegen der früh einbrechenden Nacht konnte ich leider nicht allzuweit fahren, da nur wenige Loipen beleuchtet sind. Selbst wenn Lampen vorhanden sind, heißt das noch lange nicht, dass sie auch funtionieren, denn der Sturm an Weihnachten hat viele Bäume umgeworfen, die die Leitungen gekappt haben. Eine Stirnlampe und ordentliche Handschuhe sind folglich die nächste Anschaffung. Die Handschuhe stehen dabei jedoch in keinem Zusammenhang zum Licht. Vielmehr sind die überdicken Winterhandschuhe nur bedingt geeignet um Skistöcke zu halten.
Wie ihr vielleicht auch in Deutschland mitbekommen habt, ist die Sonnenaktivität gerade sehr hoch, was zu Polarlichtern führt, die man auch außerhalb der Polregionen sehen kann. Ein weiterer Grund, warum ich auf gutes Wetter hoffe. Letzten Dienstag wurde uns schon eine grandiose Lichtershow versprochen, aber stattdessen hat es geschneit. Auch im relativ südlichen Oslo sollen in der nächsten Zeit überdurchschnittlich viele Nordlichter zu sehen sein. Bedingt durch die vielen Lichter der Stadt sind die aber von hier aus nicht so gut sichtbar, weshalb es sinnvoll wäre, wenn man sich mit einer Stirnlampe in die Tiefen der Nordmark vorarbeiten kann, um dann ordentlich Lichter gucken zu können. Leider ist keine Wetterbesserung in Sicht, zumindest wenn man den Meldungen glauben schenkt. Das sollte man aber generell nicht tun, denn eigentlich stimmt das, was prophezeit wird nur in 20% der Fälle.
Die Skiloipen sind jetzt größtenteils auch ganz wunderbar präpariert, bergrunter rutscht es aber wegen der Skiart nicht so gut, außer wenn man rund um den Holmenkollen im Biathlonstadion fahrt, da geht man ab wie Schmidts Katze, weil die bestimmt Zauberschnee haben. Vielleicht benutzen sie auch geheime Schmierstoffe. Selbst wenn keine Spur vorhanden ist, fährt es sich wunderbar und inzwischen kann ich sogar Kurven fahren, ohne mich hinzupacken. Überhaupt hatte ich heute kein einziges Mal Bodenkontakt, worüber ich sehr glücklich bin. Es ist auf jeden Fall ein reines Vergnügen von der Frognerseter zum Holmenkollen zu düsen, denn wenn sich plötzlich der Wald zur Linken öffnet und man auf einmal die ganze Stadt überblicken kann, die im Dämmerlicht bereits sachte glitzert, ist das ein sehr schönes Ende einer Skitour.
Der Herr wird noch zum Sportler! Obacht!
Ich moechte ein Bild von Dir und der Stirnlampe, sobald sie eingetroffen ist!
Du willst dich dann ja nur lustig machen. Dann will ich jeweils ein Bild mit allen pinken Pullovern.
Wie, alle auf einmal angezogen,… oder ich in einem Meer aus PINK??? HACH JA! Herrlich diese Vorstellung!!! … Hier wird sich nicht lustig gemacht – lediglich gemeinsam uebereinander amuesiert
Hui! Da bin ich ja gespannt ob wir in Schweden Nordlichter sehen, da sind nicht so viele Häuser, wo wir sind =) Naja, vielleicht sieht es jenseits der Berge auch wieder anders aus.